Was du für Nordspanien wirklich brauchst – und was nicht
Ein Surftrip an die Atlantikküste rund um Valdoviño (Ferrolterra) unterscheidet sich in einigen Punkten von klassischen Surfzielen in Südspanien oder Portugal. Atlantischer Swell, wechselnde Wetterlagen und lange Sessions im Wasser stellen andere Anforderungen an Ausrüstung und Vorbereitung.
Diese Packliste richtet sich an Intermediate- und fortgeschrittene Surfer, die realistisch einschätzen möchten, was sie für einen Surftrip nach Nordspanien tatsächlich benötigen – basierend auf fundierter Erfahrung seit 2019.

Warum Galicien eine andere Vorbereitung verlangt
Galicien wird oft als das „grüne Spanien“ bezeichnet. Viele verbinden damit automatisch Regen und unbeständiges Wetter. In der Praxis ist das Bild deutlich differenzierter:
Die Küste liegt direkt am Atlantik, profitiert von konstanten Swells und bietet ein mildes, nicht überhitztes Klima, das besonders für längere Surf-Sessions angenehm ist.
Durch die nordwestliche Lage in Spanien geht die Sonne hier deutlich später unter als in Mitteleuropa. In den Sommermonaten sind Abend-Sessions bis ca. 22:30–23:00 Uhr keine Seltenheit, auch in den Übergangsmonaten sorgen lange Tage für viel Flexibilität (und viele Surf-Sessions).
Hinzu kommen die zahlreichen unterschiedlich ausgerichteten Buchten, durch die sich Wind- und Swellrichtungen oft besser ausgleichen lassen, als an exponierten Küsten. Selbst wenn Bedingungen nicht perfekt wirken, findet sich in der Praxis häufig eine brauchbare Surf-Option.
Galicien-Wetter: Realität statt Vorurteile
Sommer: angenehm warm, nicht überhitzt
In den Sommermonaten liegen die Temperaturen meist zwischen 20 und 25 °C (Sommerdurchschnitt). Genau dieser Bereich wird von vielen Surfern als ideal empfunden: warm genug für entspannte Tage am Strand, aber ohne die extreme Hitze südlicher Regionen, die Sessions im Wasser schnell anstrengend macht.
Sonne & UV-Strahlung
Galicien kommt auf über 2.000 Sonnenstunden im Jahr (Klimamittelwert). Durch Wind und moderate Lufttemperaturen wird die Sonneneinstrahlung häufig unterschätzt – besonders auf dem Wasser. Ein zuverlässiger Sonnenschutz ist daher kein Luxus, sondern absolut unverzichtbar.
Regen richtig einordnen
Der Großteil des Niederschlags fällt hier in den Wintermonaten. In den Sommermonaten ist Regen deutlich seltener und tritt meist in kurzen Schauern auf. Trotz des grünen Landschaftsbildes empfinden viele Surfer die Sommer hier als überraschend trocken und stabil.
Atlantik & Vorhersagen
Die Nähe zum offenen Ozean und das hügelige Hinterland sorgen für wechselhafte Wetterlagen. Wettervorhersagen reagieren darauf oft vorsichtig, weshalb Regenwahrscheinlichkeiten in Apps häufig höher angezeigt werden, als es dann vor Ort tatsächlich regnet.
Warum viele Surfer Galicien unterschätzen
Galicien ist keine Postkarten-Region im klassischen Sinn. Genau das macht ihren Reiz aus.
Die Landschaft ist zerklüftet, grün und weitgehend unberührt. Berge und Hügel münden stellenweise direkt ins Meer, kleine Dörfer prägen das Bild, Massentourismus spielt kaum eine Rolle. Viele Gäste berichten nach ihrem Aufenthalt, dass die Gegend deutlich schöner und vielseitiger ist, als sie es erwartet hätten.
Ein weiterer Punkt: die gute Wasserqualität. An den Stränden rund um Valdoviño ist das Wasser oft außergewöhnlich klar und blau, besonders an stabilen Sommertagen. Das hebt die Wasserqualität deutlich vom typischen Bild der Atlantikküste ab.
Dass Layback kein Partycamp ist, sondern sich bewusst auf kleine Gruppen, Ruhe und Surf-Fokus konzentriert, passt gut zu dieser Umgebung.

Der wichtigste Punkt der Packliste: Der richtige Neoprenanzug
Für Surfer ist die Neoprenwahl der entscheidende Faktor – sie beeinflusst direkt Sessionlänge, Konzentration und letztendlich auch Fortschritt im Surfen.
Welchen Neoprenanzug brauchst du wirklich?
Sommer (Juni – September)
- 4/3 mm Neoprenanzug:
Viele Surfer fühlen sich im 4/3 mm langfristig wohler, besonders bei ausgedehnten Sessions oder windigeren Tagen.
Frühjahr & Herbst (April/Mai & Oktober)
- 5/3 mm Neoprenanzug empfohlen:
Längere Wasserzeiten bleiben damit komfortabel.
Booties & Haube
- Im Hochsommer meist nicht nötig
- In der Übergangszeit sinnvoll, um Auskühlung zu vermeiden
- Gerade bei viel Zeit im Wasser machen sie einen deutlichen Unterschied
👉 Fazit zum Neo:
Lieber minimal zu warm als zu kalt. Wer friert, surft kürzer, unkonzentrierter und langsamer.

Die kompakte Packliste – Quick Check
Surf-Essentials (Must-have):
- Neoprenanzug passend zur Saison
- Zink-Sonnencreme (LSF 50+)
- Surfponcho
- Wiederbefüllbare Trinkflasche
Optional, aber sinnvoll:
- Ohrstöpsel (kaltes Wasser + Wind)
- Dry Bag für nasse Neos
- Surfbooties / Haube (je nach Saison)
Packliste im Detail – worauf es im Surf-Alltag ankommt
Schutz vor Sonne, Salz und Wind
Auch wenn die Temperaturen moderat sind, wird die UV-Strahlung beim Surfen häufig unterschätzt. Wind und Wasser kühlen zwar die Haut, verhindern aber keinen Sonnenbrand. Zink und wasserfeste Sonnencreme sind daher unverzichtbar.
After-Sun oder eine leichte Pflege helfen, Haut und Haare zwischen den Sessions schneller zu regenerieren – besonders bei mehreren Tagen mit viel Wasserzeit.
Wärme nach dem Surfen
Selbst im Sommer kühlt es abends an der Atlantikküste spürbar ab. Wer zwischen zwei Sessions oder nach einem langen Surftag warm bleibt, erholt sich schneller und fühlt sich insgesamt fitter. Warme Kleidung wie Hoodie, lange Hose und dicke Socken machen hier einen deutlich größeren Unterschied, als viele erwarten.
Praktisches für den Surf-Alltag
Ein Surfponcho erleichtert das Umziehen vor und nach den Sessions erheblich. Ein Dry Bag ist praktisch, um nasse Neoprenanzüge vom restlichen Gepäck zu trennen.
Eine wiederbefüllbare Trinkflasche gehört ebenfalls zur Grundausstattung – unser Leitungswasser ist trinkbar, und ausreichende Hydration bleibt bei mehreren Surf-Sessions pro Tag entscheidend.
Ohrstöpsel sind vor allem bei viel Zeit im Wasser sinnvoll und helfen, Ohrproblemen vorzubeugen.
Was du bewusst zu Hause lassen kannst
Surfboard
Im Camp stehen verschiedene Boards in unterschiedlichen Shapes und Volumen zur Verfügung. Für viele Gäste bedeutet das: weniger Reiseaufwand und mehr Flexibilität vor Ort.
Surfskate
Surfskates sind vorhanden und können genutzt werden – ein eigenes Modell mitzunehmen ist nicht notwendig.
Große Reiseapotheke
Für die üblichen Kleinigkeiten ist gesorgt. Persönliche Medikamente solltest du natürlich selbst einpacken.
Tipp für die Anreise mit eigenem Board
Wenn du dein eigenes Board mitbringst, nutze deine Boardbag effizient:
Neoprenanzug und Kleidung eignen sich hervorragend als Polsterung. Poolnudeln entlang der Rails bieten zusätzlichen Schutz.

Fazit: Realistisch packen, besser surfen
Galicien verlangt keine spezielle Ausrüstung, aber eine realistische Vorbereitung.
Wer das Klima richtig einschätzt, den passenden Neoprenanzug wählt und sich auf atlantische Bedingungen einstellt, kann sich voll auf das konzentrieren, worum es hier geht: lange Sessions, konstante Swells und spürbaren Lernfortschritt im Wasser.
Besonders Intermediate-Surfer, die Wert auf viel Zeit im Wasser, konstante Bedingungen und eine ruhige, surfzentrierte Umgebung legen, finden hier Bedingungen, die oft mehr bieten, als man online erwarten würde.
Alle Bilder © Layback Surfcamp / Michelle Mattern